Politische Sachzwänge … und wir alle

December 28th, 2009

… oder Obama’s Afghanistan und seine Gesundheitsreform

Es war von Anfang an klar, dass Obama nicht einfach alles auf den Kopf stellen darf. Mit Betonung auf DARF = DUERFEN.

Es ist doch sonnenklar, dass ein Präsident die Marionette ist von den Kräften im Hintergrund, die das wirkliche Sagen haben. Und die sind alle noch in voller Stärke da. Das einzige, was aus ihm einen besseren Präsidenten macht ist, dass er mit diesen Hintermännern Kuhandel macht … ihr gebt mir das, ich mache für euch dies … 

Ich habe den Verdacht, dass er seine Krankenkassen Geschichte deshalb bekam, weil er zum Afghanistankrieg ja sagte.

Ist doch sonnenklar, dass den Hintermännern Afghanistan wichtiger ist als diese Gesundheitsreform. Deshalb hat auch der Senat zugestimmt. Ich glaube fest, ohne seine Zustimmung zu Afghanistan hätter er nie diese Reform durchgebracht.

Ok, so lange das Volk so naiv ist und glaubt, alles hänge von einem Präsidenten ab, so lange wird nichts dazugelernt. Die Dinge ändern sich nur, wenn das Volk endlich aufhört, nach dem Weihnachtsmann zu rufen, d.h. die Dinge selber in die Hand nimmt, und zwar nicht gegen Obama, sondern gegen die Hintermänner, sprich, gegen das System. Aber jetzt kommt dazu: dieses System sind wir alle. Wir hängen drinn, mit dem was wir SIND.

Wir müssen lernen, wie das System funktionniert, in ALLEN seinen Teilen, die ja miteinander vernetzt sind, und dann die nötigen Veränderungen durchdrücken. Auch gegen uns selber … dagegen heisst hier, nicht immer nur den eigenen Vorteil zu wollen.

Dazu muss das Volk erst lernen, dass es auch ein Geben gibt, und nicht nur ein Nehmen (vom Weihnachtsmann). Und das ist deshalb immer schwieriger, weil das Volk ja gerade immer wieder beschissen wird (gerade jetzt besonders zynisch), also sowieso schon viel mehr gibt als erhält. Dann, in dieser Lage, zusätzlich von Geben zu reden, bringt ja hauptsächlich die politische Linke in Sprechnot, d.h. sie können das, was gefordert wird, nicht mehr verlangen und werden unglaubwürdig.

Das sieht man jetzt im ganzen Kapitalismus-Schlamassel, wo die Linke keinen Volkaufstand erbringen konnte, weil sie ihn zuerst ja gar nicht richtig durchdenken konnte, sondern immer nur an jenen Reflex appelierte, der sowieso das Ganze herbeiführte: der Reflex, immer mehr für mich (meine Sippe resp. soziale/politische Klasse … gegen die andern/die Reichen) – was ja legitim erscheint aber leider genau den Reflex wieder auslöst, der das ganze Debakel produzierte.

Ok, man kann da noch lange weiterspinnen, aber die Linke resp. das ARME Volk selber ist zu sehr den Bürgerlichen und dem rechten Flügel auf den Leim gegangen, weil die Armen ja auch was erhalten sollten und dies nur in der Manier gedacht werden konnte bzw. mit Bildern verteidigt wird, die aus der Szene und dem Wortschatz der Bürgerlich/Rechten stammen.

DARUM ist die Linke unfähig, das Ganze über den Haufen zu werfen, weil das VOLK selber gerne bürgerlich sein möchte und alles tut, sich selber einen Zipfel davon zu erhaschen (und wie soll man ihnen das verwehren, wäre doch undemokratisch, nicht wahr). Und die politische Linke rennt in diesem Punkt dem Volk hinterher, anstatt es zu erziehen.

Um einen echten Systemwechsel hinzukriegen, muss man neue politische, soziale und wirtschaftliche Archetypen erfinden, nichts weniger. Mit den jetzigen Archetypen können wir nur immer das gleiche Resultat erarbeiten.

Und solange muss Obama Kuhhandel betreiben. Und das (naiv gehaltene) Volk wartet auf seinen nächsten Weihnachtsmann, weil die GANZE Linke genau in diesem Punkt nur bekannten Katechismus rezidiert, anstatt schmerzhafte Erziehungsarbeit zu leisten.

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