Kein nukleares Dorf in der Schweiz

August 16th, 2012

Heute vergeben wir eine Carte Blanche an die grüne Waadtländer Nationalrätin Adèle Thorens GoumazTages-Anzeiger/Politblog, von Adèle Thorens Goumaz, 13. August 2012.

Sechzehn Monate nach Fukushima hat eine unabhängige Untersuchungskommission einen Bericht über den Verlauf des Unfalls veröffentlicht. Bis zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Diskussionen lediglich auf die technischen Aspekte des Unglücks konzentriert.  

Das veranlasste mehrere Länder dazu, erneut die Sicherheit ihrer AKWs bei Naturkatastrophen zu überprüfen. Dieser neue Bericht hat jedoch die Rolle, die der menschliche Faktor bei dieser Katastrophe spielte, ans Licht gebracht. Der Präsident der Kommission ging sogar so weit, die Gründe dafür in der japanischen Kultur selbst auszumachen: in der Abneigung, Autoritäten zu hinterfragen, in der Tendenz, dem Programm zu folgen und in der Gruppenmentalität.

Diese Äusserungen sollten uns ebenso nachdenklich stimmen wie jene zu den technischen Lücken, auf die nach dem Unfall so oft aufmerksam gemacht wurde. Gibt es in der Schweiz jenen freien und kritischen Geist gegenüber dem nuklearen Risiko, den die Kommission in Japan so sehr vermisst? … //

… Die Grünen haben diese beunruhigende Tatsache wiederholt angeprangert: Der Genfer Ständerat Robert Cramer hat vor einem Jahr in einer Interpellation gefragt, ob es nicht an der Zeit wäre, dass ein Atomkraftgegner den Vorsitz des Ensi übernehme. Denn die Glaubwürdigkeit des Eidgenössischen Nuklearsicherheitsinspektorats sei eng mit dem kritischen Geist seiner Mitglieder verknüpft. Vergebene Liebesmüh! Der Bundesrat hat ein paar Monate später in seiner Antwort auf eine Motion des grünen Nationalrats Geri Müller zum selben Thema bekräftigt: Die Unabhängigkeit des Ensi und die Transparenz seiner Tätigkeit sind gewährleistet. [...] Der Bundesrat sieht daher keine Veranlassung, das System der Nuklearaufsicht in der Schweiz grundlegend zu ändern … (ganzer Text).

Comments are closed.